Europäisches Künstlerhaus
Oberbayern - Schafhof

 
 
 

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Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern  - Ausstellung Transflexion - Thomas Lüer: Pendulum

TRANSFLEXION - Net of Mirrors
28. März - 31. Mai 2015
(im Erdgeschoss bis 14. Juni)

Teilnehmende Künstler:
Sound:
Alexander Hacke (Berlin/New York)
Video:
Helga Griffiths (Darmstadt)
Thomas Lüer (Frankfurt/Main)
Danielle de Picciotto (Berlin/New York)
Robert Seidel (Berlin)
Caspar Stracke (Helsinki/Berlin)
Grazia Toderi (Milano/Torino)

Kurator: Leo Kuelbs (New York/Berlin) - Leo Kuelbs Collection

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> Pressegespräch: 27. März 2015, Freitag 15 Uhr

> VERNISSAGE: 27. März 2015, Freitag 19 Uhr
- Grußwort: Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Oberbayerns
- Einführung: Leo Kuelbs, Kurator der Ausstellung (New York / Berlin)

> treffpunkt+kunst: 14. April 2015, Dienstag 17.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Alexandra M. Hoffmann

> KUNST#TAG 026 Wissenschaft: 19. April 2015, Sonntag 15 Uhr
Verfremdung der Erfahrung in der Kunst der Bilder
Vortrag von Prof. Bernhard Waldenfels (Universität Bielefeld)

> KUNST#TAG 027: 16. Mai 2015, Samstag 15 Uhr
Künstlergespräch und Präsentationen mit Künstlern aus der Ausstellung

Der Eintritt in die Ausstellung und zu den Begleitveranstaltungen ist frei.



Über die Ausstellung

Transflexion ist eine ungewöhnliche Kunstausstellung, in der sechs Künstler mit ihren Videoarbeiten den visuellen Teil der Ausstellung bilden, während eine einzelne Komposition den Soundtrack für alle Kunstwerke liefert. Diese Musik wurde von Alexander Hacke (Mitglied der legendären Einstürzenden Neubauten) extra für das Ausstellungsprojekt komponiert.

Ausgangspunkt des Konzepts ist die buddhistische Idee vom „Netz des Indras“. Die Videoarbeiten erforschen die Wirklichkeit als ein Netz von Beziehungen, Abhängigkeiten und Reflektionen, auf welches jeder Einzelne mit seiner Individualität Einfluss nehmen kann. Die Musik erweitert und verbindet die einzelnen Videos und Videoinstallationen, und vice versa verändert jedes Kunstwerk die Wahrnehmung des Sounds. Diese innere Struktur mit den Spiegelungen von Werk zu Werk über den gemeinsamen Ton repräsentiert das Thema der Ausstellung.

Durch das Betrachten einer Videoarbeit ändert sich die Charakteristik der Musik im Zuschauer. Diese Veränderung beeinflusst die Wahrnehmung beim Betrachten des nächsten Videos, usw. Auf diese Weise entsteht eine Ausstellung, deren Rezeption aufgrund der Wechselwirkung zwischen dem gemeinsamen Sound und den einzelnen Kunstwerken niemals dieselbe ist.

Die dynamische Art von miteinander verbundener Kommunikation - Spiegelungen, Durchdringungen, Transparenz - spielt auch inhaltlich in den Kunstwerken eine tragende Rolle. Verbindungen werden hergestellt zwischen Oberflächen und Körpern, Räumen und Ideen, physischen und virtuellen Ebenen.

Eine Ausstellung im Rahmen des Jahresthemas STRUKTUR am Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern

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Blick in die Ausstellung

Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern: Ausstellung TRANSFLEXION, Foto: Marco Einfeldt

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Über die Künstler und die ausgestellten Arbeiten


Helga Griffiths: Neural Reflection

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Helga Griffiths: Neural Reflection, Video

2015, Video, 16´00” (Videostill)

Die Videoanimation ist eine Reflektion über die Wahrnehmung selbst, über die Vorstellungskraft und das Bewusstsein an sich. Neural Reflection wurde von den kognitiven Prozessen inspiriert (Gedächtnis, Wahrnehmung, Sinneseindrücke) und ihre schwebenden, pulsierenden Bilder legen die Instabilität und Fragilität unserer Wahrnehmung von Zeit und Raum frei. Diese Arbeit basiert auf tomografischen Bildern aus dem Gehirn der Künstlerin und zeigt einen surrealen Flug über die semi-transparente, reflektierende Oberfläche ihres Gehirns. Die Bewegung über die Landschaft des Gehirns wird mit Bildern von Nervenzellen kontrastiert. Es werden sowohl interne als auch externe Details sichtbar, die neue Perspektiven über Wahrnehmung ermöglichen. Die neuronalen Prozesse des Beobachters werden ebenfalls einbezogen, da sein eigenes Gehirn auf die Videoanimation reagiert und Veränderungen erfährt. Neue Synapsen und Verbindungen werden ständig gebildet, um das bewusst oder unbewusst Wahrgenommene zu verarbeiten. Die Videoanimation Neural Reflection ist ein Forschungsinstrument – sie führt uns das Zentrum unseres eigenen Denk- und Sehprozesses vor und regt an, über unsere Wahrnehmungs- und Interpretiermaschine zu reflektieren.
Mit freundlicher Unterstützung: Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt

Helga Griffiths > geboren 1959 in Ehingen > lebt und arbeitet in Darmstadt > www.helgagriffiths.de

Helga Griffiths hat sich auf auf immersive Multi-Sense-Installationen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst spezialisiert. Von 1986 bis 1992 lebte Sie im Raum New York. Sie hat mit einem Bachelor of Fine Arts Diplom von der Mason Gross School of the Arts/Rutgers University abgeschlossen (1991). Von 1992 bis 1994 hat sie ein Aufbaustudium an der Kunstakademie Stuttgart absolviert. 1994 schloss sie ein Studium im Bereich Neue Medien an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe an.

Sie erhielt zahlreiche Preise wie den Ersten Preis beim “Kunst auf Zeit” Projekt in Graz, Anerkennungspreis Papierbiennale Düren und Lichtenberg-Preis (alle in 1998) sowie Preis des „Lichtrouten“- Festivals in Lüdenscheid in 2003. Teilnahme an Biennalen/Triennalen u.a. in Cairo, Havanna, Seoul, Echigo-Tsumari und Curitiba (geplant für 2015) Permanente Installationen in Japan und Dänemark. Ausstellungen (Auswahl) Palais de Tokyo, Paris, ZKM Karlsruhe, Henie Onstad Kunstsenter Oslo, Seoul Museum of Art, Nevada Museum of Art.

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Alexander Hacke: INDRA

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Alexander Hacke: Indra, Sound

2014, Sound” (Screen-shot von der Arbeit an Indra im digitalen Audio-Programm Pro Tools)

INDRA ist eine speziell für das Ausstellungsprojekt "Transflexion" der Leo Kuelb Collection aufgenommene Komposition. Das Musikstück wird als Endlosschleife zur Begleitung mehrerer Videos und Videoinstallationen abgespielt und interagiert mit ihnen, reflektiert, verstärkt oder konterkariert den Inhalt der visuellen Kunstwerke, ohne mit ihnen synchronisiert zu sein. INDRA nimmt mit der Verwendung eines Quadrats aus 5x5 Buchstaben als Grundstruktur das philosophische Konzept des Buddhismus‘ vom "Netz des Indra" - mit den Buchstaben I, N, D, R, A, E und K - auf.

Alexander Hacke > geboren in Berlin > lebt und arbeitet an wechselnden Orten in den USA und Deutschland > www.hacke.org

Alexander Hacke wurde im Bezirk Neukölln in West Berlin geboren. Seine frühen Teenagertage verbrachte er damit, unter dem Pseudonym Alexander von Borsig Musik zu schreiben, aufzunehmen, zu veröffentlichen und aufzuführen. Im Alter von 14 Jahren schloss er sich der Gruppe Einstürzende Neubauten an, mit denen er bis heute spielt. Seit den achtziger Jahren und bis in die Gegenwart hat er mit zahlreichen Künstlern unterschiedlichster Genres zusammengearbeitet, Platten produziert, Musik für Theaterstücke, Spielfilme und Dokumentationen geschrieben. Seit 2001 arbeitet Alexander Hacke mit der amerikanischen Künstlerin Danielle de Picciotto zusammen.

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Thomas Lüer: Pendulum

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Thomas Lüer: Pendulum,  interaktive Videoinstallation

2015, interaktive Videoinstallation (Simulation)

Die Realtime-Videoinstallation "Pendulum" zeigt die Projektion eines im leeren Raum vor und zurück schwingenden Pendels. "Pendulum" ist eine Installation für zwei Kameras, einen Beamer, einen Raum und bezieht sowohl die Anwesenheit als auch die Reaktionen der Besucher mit ein. Während das Pendel nach hinten schwingt, sieht sich der Betrachter von vorn - am entferntesten Punkt aber schaltet der "Spiegel" um und in der Annäherung sieht er sich verblüffenderweise von hinten.

Auch wenn das projizierte Pendel sich "physisch" ebenso verhält wie sein Foucault’sches Gegenstück - es ist ein Vehikel, eine gefilmte Metapher, ein Bild, durch das andere Bilder "hindurch gehen". Lüer greift dabei das Motiv des gemalten Spiegels auf, wie es etwa aus den Bildern van Eycks oder den Vanitas-Stillleben von Pieter Claesz bekannt ist: Ein Raum im Raum, der den Besucher dazu verleitet zu glauben, er könne den "Hintergrund" "hinter dem Spiegel" in der Tiefe des Raums wahrnehmen.

Thomas Lüer > geboren 1971 in Barth > lebt und arbeitet in Frankfurt/Main > www.thomaslueer.de

Lüers Arbeit zeigt eine große Vielfalt an Medien und Themen - dies kann eine Galerie-Installation sein, ein Stadtraumprojekt oder auch eine künstlerische Reflexion auf Textbasis. Die Entscheidung über die Form und den Inhalt jeder einzelnen Arbeit ist abhängig von der Logik der Arbeit selbst und dem Kontext, in dem sie präsentiert wird. Damit kann Lüers Arbeit eher als situationsspezifisch, denn ortsspezifisch bezeichnet werden.

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Danielle de Picciotto: Net of Mirrors

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Danielle de Picciotto: Net of Mirrors, Video

2015, Video (Videostill)

In ihrem Video "Net of Mirrors" hat Danielle de Picciotto dadaistische Impulse mit dem Gedanken des "Netz des Indras" vermischt. "Alles in unserem Universum ist verbunden und spiegelt sich ununterbrochen. Der Gedanke von 'Ursache und Wirkung' ist einer, an den ich sehr stark glaube. Dass Humor bei dem Ganzen nicht fehlen darf, ist lebensnotwendig." Durch die Spieglung und Collage eines Auges - "der Spiegel der Seele" - entsteht ein von ihr erschaffenes, sich immer wiederholendes Universum.

Danielle de Picciotto > geboren in Tacoma, Washington USA > lebt und arbeitet an wechselnden Orten in den USA und Deutschland > www.danielledepicciotto.com

Die amerikanische Künstlerin Danielle de Picciotto ist 1987 nach Berlin gezogen. Jahrzehntelang hat sie den Umbruch und die Evolution des Undergrounds in der Stadt von Post-Punk über Techno bis zu der gemischten Experimentierfreudigkeit von heute hautnah erlebt.  De Picciotto hat u.a. die Love Parade sowie berühmt-berüchtigte Clubs wie Tresor und E-Werk mitbegründet. Aus ihren persönlichen Erfahrungen weiß sie, wie Berlin sich damals angefühlt hat und wie sich die gesellschaftlichen Entwicklungen, die Stadt und ihre Bewohner über die Jahre beeinflusst und verändert haben.

Ihre Interdisziplinären Arbeiten in den Bereichen Musik, Film, Performance und Literatur werden international ausgestellt und aufgeführt. 2010 entschloß sie sich, zusammen mit Ihrem Ehemann Alexander Hacke Nomade zu werden und verließ Berlin, um neue Horizonte zu entdecken. Nichts desto trotz ist Ihre Verbindung zu Berlin nach wie vor stark. Am 16. April 2015 wurde Ihr Musikalbum "Tacoma" auf dem Berliner Label "Moabit" von einer weiteren Berliner Legende, Gudrun Gut, herausgebracht.

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Robert Seidel: Vitreous #2

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Danielle de Picciotto: Net of Mirrors, Video

2014, Video (Videostill)

Die Videoarbeit Vitreous #1 war eine irisierende Vermischung von neun virtuellen Skulpturen auf der Medienfassade von Target City Lights 2012 (80×24×14 Meter, Minneapolis, USA). Für die Version #2 wurden die bestehenden Elemente durch die Ergänzung mit neuen Bewegungsabläufen, Fließmustern und erstarrender Interferenzen neu strukturiert.

Die neun Referenzskulpturen sind das Ergebnis von experimentellen Konfigurationen zum Generieren dreidimensionaler Cluster aus faserförmigen Lichtbrechungen sowie des Gravitationslinseneffekts verschiedener räumlicher und farbiger Strukturen. Singuläre Elemente ziehen sich gegenseitig an, verschmelzen zu einem gigantischen skulpturalen System, innerhalb dessen jede Einheit mit ihren eigenen visuellen Achsen und Fluchtpunkten bestehen bleibt. Das vielschichtige, ständig wachsende und wieder zerfallende System wird von halb-chaotischen Prozessen mit lokalen Impulsen und spekulativen Kettenreaktionen angetrieben. Das abstrakt-organische Tableau Vivant führt den Betrachter mit seiner asymmetrischen Inszenierung und der Vielzahl von Raum-Zeit-Beziehungen in einen Strudel von Assoziationen.

Robert Seidel > geboren 1977 > lebt in Berlin und Jena > www.robertseidel.com

Seidel ist interessiert an der Grenzerweiterung von abstrahierter Schönheit durch visuelle und wissenschaftliche Techniken und der daraus resultierenden emotionalen Wirkung. Im organischen Zusammenspiel verschiedener struktureller, räumlicher und zeitlicher Konzepte erzeugt er eine sich ständig transformierende Komplexität. Deren mehrfach gesplitterte Perspektive bildet das narrative Grundgerüst, welches den Betrachter auf einer evolutionär entstandenen und phylogenetisch verankerten symbolischen Ebene anspricht. Seidel arbeitet Künstler, Filmregisseur und Kurator.

Robert Seidel begann mit einem Biologie-Studium, um mit einem Diplom in Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar abzuschließen. Seine Projektionen, Installationen und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals, in Galerien und in Museen wie dem Royal Museum of Fine Arts Antwerp, ZKM Karlsruhe, LACMA Los Angeles, Art Center Nabi Seoul, Museum of Image and Sound São Paulo und MOCA Taipeh gezeigt. Seine Arbeiten wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, etwa dem Ehrenpreis der KunstFilmBiennale Köln und dem Preis für den besten Experimentalfilm beim Ottawa International Animation Festival.

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Caspar Stracke: urban particle supercollider

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Caspar Stracke: urban particle supercollider, 3-Kanal-Videoinstallation

2007, 3-Kanal-Videoinstallation (Videostill)

Grundlage der Videoinstallation sind drei Fotosammlungen mit Straßenbildern aus Seoul, Teheran und New York City, die der Künstler als Flickr-Gruppe mit Beiträgen von Einwohnern vor Ort initiiert hatte. Die Sammlungen besteht aus jenen unscheinbaren Dingen im öffentlichen Stadtraum die für den jeweiligen Autor mit einem persönlichen Erlebnis verbunden sind (welche dieses in der Sammlung auch kommentiert). Somit verbindet Urban Particle Supercollider drei verschiedenste Stadtkulturen -und deren lokale Teilnehmer- durch vergleichbare Straßenobjekte: Es sind Briefkästen, weggeworfenen Zeitungen, Mülleimer, Straßenschilder und sogar ganze Imbiß-ständen, welche mit persönlichen Bedeutungen aufgeladen sind. Die Objekte werden jedoch in der jeweiligen Kultur anders bewertet und darüber hinaus haftet an ihnen stets etwas eigentümliches: Im wortwörtlichen Sinne geht es um Nutzungspuren wie Kratzer, Beschädigungen, Aufkleber, Graffiti oder ein behelfsmäßiges Umfunktionieren des Objektes selber.

In der Installation wurden ausgewählte Fotos als virtuelle 3D Objekte nachgebaut. Sie kollidieren wie Moleküle zu verschiedenen Cluster je nach thematischer Zugehörigkeit die sich alle als Bausteine zu einer Doppelhelix-artigen Spirale vereinen. Die im Video zu sehenden Textzeilen stammen von folgenden mit dem Künstler befreundeten Kollegen die auch bei der Auswertung bzw. Interpretation der Fotos mitgewirkt haben: Jooyoung Lee, Eun Kyung Kim (Seoul), Parnian Ferdossi, Bita Razavi (Tehran) und Jim Supanick (New York)

Caspar Stracke > geboren 1967 in Darmstadt > lebt und arbeitet in Helsinki und Berlin >www.videokasbah.net

Caspar Stracke ist ein interdisziplinärer Künstler und Filmkurator und arbeitet in den Bereichen Film, Video und Installation. Nach langjährigem Aufenthalt in New York lehrt er seit zwei Jahren an der Kunstakademie in Helsinki. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit soziologischen Wirkungskräften in Architektur, Urbanismus sowie Kino und zeitgenössischen Medienkulturen.

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Grazia Toderi: Rosso Babele

European House of Art - Schafhof - exhibition Transflexion - Grazia Toderi: Rosso Babele, 2-Kanal-Videoinstallation

2006, 2-Kanal-Videoinstallation (Installationsansicht, Hirshhorn Museum and Sculptural Garden, Smithsonian Institution, Washington )
Mit freundlicher Genehmigung der Agi Verona Collection

Grazia Toderis Videoprojektion "Rosso Babele" (Babel Red) ist ein außerordentlich sensibles Kunstwerk. Die beiden über Eck stehenden Projektionsflächen tauchen den gesamten Raum in ein pochendes Oranges Licht. Zu sehen ist eine Art Stadtansicht bei Nacht, aber gleichzeitig ist es eine surreale Komposition: Eine doppelte Stadt, die auf der einen Seite aus dem Boden wächst, während sie sich auf der anderen Seite vom Himmel herunter senkt. Noch unirdischer wird sie durch die tanzenden Lichter, die genauso wie Meteore durch das Bild fliegen.

Die Szenerie wirkt verstörend, weil sie nur teilweise zu erkennen und interpretierbar ist. Man glaubt zu wissen, worum es sich handelt, aber kann kein wirklichen Namen dafür finden. Es ist ausdrücklich kein Bild der realen Welt, keine Landschaft, trotzdem erzeugt es starke Assoziationen. Es könnte der Geburt eines Sterns sein, ein High-Tech-Krieg, Götterdämmerung oder eine Invasion Außerirdischer. (Auszug aus David Shariatmadari: Grazia Toderi in der Galerie f a projects, London)

Grazia Toderi > geboren 1963 in Padua > lebt und arbeitet in Mailand und Turin > www.graziatoderi.com

Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Bologna zog Grazia Toderi 1992 nach Mailand. Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Mailand und Turin. Ihren ersten großen Erfolg hatte sie mit der Teilnahme an der Aperto ’93 auf der 45. Biennale in Venedig. Toderi nimmt oft Geschehnisse aus der alltäglichen Umgebung auf, die sie dann mit elementarer und expressiver Bedeutung auflädt. In einer Serie von Arbeiten mit Nachtaufnahmen von Städten wie Rom, Florenz und London stellte sie - im Geiste von Italo Calvinos Invisible Cities - die Städte als Spiegel von Himmel und Erde dar. Der Blick von oben verwandelt die bekannten Plätze in magische und mystische Orte.

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