Europäisches Künstlerhaus
Oberbayern - Schafhof

 
 
 

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Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern - Petko Dourmana: Project War

ILLUSION DER GEWALT
1. Februar - 9. März 2014
(bis 16. März im Erdgeschoss)

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> PRESSEGESPRÄCH: 31. Januar 2014, Freitag 15 Uhr

> VERNISSAGE: 31. Januar 2014, Freitag 19 Uhr
- Grußwort: Josef Mederer, Bezirkstagspräsident
- Einführung in die Ausstellung und in das Jahresthema "Illusion": Dr. Björn Vedder, Kunstwissenschaftler und Philosoph

> KÜNSTLERGESPRÄCH - KUNST#TAG 013: 9. Februar 2014, Sonntag 15Uhr
mit dem Schriftsteller Norbert Niemann und den Künstlern Anton Petz und Diego Perathoner

> FÜHRUNG: 18. Februar 2014, Dienstag 17 Uhr
Interdisziplinäre Führung durch die Ausstellung mit Alexandra Hoffmann - Eintritt frei

> KÜNSTLERGESPRÄCH - KUNST#TAG 014: 9. März 2014, Sonntag 15 Uhr
mit dem dem Künstler Petko Dourmana (auf Englisch)



Über die Ausstellung

Die Ausstellung „Illusion der Gewalt“ sensibilisiert durch Verfremdung, ungewohnte Perspektiven und Technologien den Blick auf Krieg und Gewalt und deren Vermittlung durch die Medien.

Die Multimedia-Installation „War“ des bulgarischen Künstlers Petko Dourmanas im Tonnengewölbe beschäftigt sich mit aussergewöhnlichen technischen Mitteln mit dem Syrien-Krieg. In einem völlig dunklem Raum ­bewegen sich die Besucher mit Nachtsichtgeräten und sehen unter anderem extra vom Künstler ent­wickelte Infrarot-Videoprojektionen.

In der Galerie im Erdgeschoss sind Objekte des in München lebenden Künstlers Diego Perathoner zu sehen, die durch die Verzerrung von Proportionen und Perspektiven die Ungeheuerlichkeit von Krieg entlarven. In seinen großformatigen Gemälden gibt Anton Petz‘ den Medienbildern, welche in der alltäglichen Bilderflut ihre Unmittelbarkeit verloren haben, durch Vergrößerung und malerischen Gestus den Schrecken wieder zurück.

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Über die Künstler


Petko Dourmana: Project War, 2013, Infrarot-Videoinstallation

Petko Dourmana

lebt und arbeitet in Sofia
www.dourmana.com

Petko Dourmana arbeitet mit verschiedenen Genres zeitgenössischer Kunst und verwendet Technologie und Neue Medien als Ausdrucksmittel der modernen Gesellschaft. Sein Fokus liegt auf der Untersuchung der menschlichen Wahrnehmung und ihrer Möglichkeiten zur Kommunikation und deren Vor- und Nachteilen. Mehrere seiner komplexen Installationen beschäftigen sich mit der visuellen Repräsentation von Geschichte und spekulativen Zukunftsversionen.

Dourmanas Kunstprojekte wurden in bekannten Kunsträumen wie dem ZKM Karlsruhe, ICA London, Chelsea Art Museum, Location One in New York genauso wie im öffentlichen Raum von Sofia, Berlin, Manchester und New York gezeigt. Als Mitbegründer und Leiter von InterSpace in Sofia ist er seit 1998 an der Produktion von Kunstveranstaltungen und -projekten in Sofia und der Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern und Aktivisten beteiligt.

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Anton Petz: Heat (Detail), 2012, 100x100cm

Anton Petz

geboren 1962 in Graz, lebt und arbeitet in München
www.anton-petz.de

"Anton Petz (…) bedient sich direkt aus dem Fundus der Medienbilder, um deren Macht über unser Verhältnis zur Wirklichkeit zu brechen. Bei ihm geht es offenbar um eine Wiederaneignung des visuellen Eindrucks. Er behandelt scheinbar dokumentarische Aufnahmen, die sich als flüchtige und gleichzeitig medial omnipräsente Momente in unseren Wahrnehmungsalltag einschreiben, als wären sie – was sie tatsächlich geworden sind: reale Sujets. Durch die Verwandlung dieser tief in uns eingebrannten, ins Unbewusste abgesunkenen und darin verschlossenen medialen Ikonen im malerischen Akt aber steigen sie wieder zur Oberfläche des Bewusstseins auf. Wir erkennen die Bilder sofort wieder, aber jetzt in ihrer emblematischen Funktion. Sie spiegeln uns unsere eigene Gefangenschaft in einer gemachten Realität. Erst im Blick auf Gemälde wie diese, mit ihrem in jedem Pinselstrich schütteren Realismus, zeigt sich paradoxerweise wieder das im medialen Realitätskonstrukt entkonkretisierte menschliche Leid und Handeln."

aus: Norbert Niemann: Mediale Ikonen - Über den Maler Anton Petz. Überlegungen zum kunsttheoretischen Stand der Dinge

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Diego Perathoner: Ausflug (Detail), 2012, Objekt mit Sockel und gegossenen Figuren, ca. 150x200x200 cm

Diego Perathoner

geboren 1981 in Brixen/Bressanone, lebt und arbeitet in St. Ulrich/Ortisei und München

"Vor allem in meinen früheren Arbeiten kann man ganz gut meinen Hang zum Monströsen und Grotesken entdecken, und zwar grotesk im ganz ursprünglichen Sinn des Wortes: So nannte man die komischen Zeichnungen und Malereien in den Grotten des alten Roms, die in mit Sediment und Schutt gefüllten antiken Villen in der Frührenaissance gefunden wurden. Mich interessiert es, so etwas aus dem Gewöhnliches herauszuarbeiten. Wie einige sagen mögen meine Arbeiten latent aggressiv sein, denn ich habe in ihnen existenzielle Ängste verarbeitet. Oft entsteht das Aggressive aber einfach durch die Zurschaustellung des Gewöhnlichen mit einer Kontext- und/oder Maßstabsverschiebung. Ein Ameisenkopf kann sehr bedrohlich wirken wenn man ihn nur ausreichend vergrößert. Bilder, visuelle Eindrücke sind flüssig, können gleichzeitig aufgenommen werden, ineinander fließen - im Gegensatz zur Sprache, bei der der Vorgang des Lesens an eine gewisse Linearität gebunden ist. Sie haben eine vielschichtige Natur und kommunizieren in Lichtgeschwindigkeit.

Seit einiger Zeit kann ich mir meine Skulpturen und Installationen gar nicht mehr einzeln im Raum vorstellen, sondern nur in Beziehung miteinander. Durchaus im Sinne von Deleuze/Guattari in der Vorstellung der Arbeiten als Plateaus und des rhizomatischen Entwickelns der Gedanken, des Assoziierens. Zumal bei den Arbeiten lose thematische Zusammenhänge erkennbar sind und erst im Zusammenhang in die gewünschte Richtung gelenkt werden können. Die hier gezeigten Objekte sind auch in diesem Sinne zu verstehen und zusammen ausgestellt."

Diego Perathoner

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